Erika Kollbrunner-Steffens Stellungnahme zur SF-Sendung Puls
vom 6.11.2006 zum Thema IgG-Tests

Ich habe die Sendung mit dem Thema IgG-Tests mit grossem Interesse verfolgt, da ich mich seit letztem Sommer aus gesundheitlichen Gründen damit beschäftige.

Um einen ImuPro300 Test zu machen, stellte sich in der Sendung Frau Chopard zur Verfügung, welche seit Jahren unter einer Sellerieallergie leidet. Ich nehme an, dass es sich um einen Typ IgE-Allergie handelt. Die Testperson hielt sich an die vorgeschriebene Diät und erlitt nach 6 Wochen eine neue Allergie. Der Test wird nun als sinnlos bezeichnet, da Frau Chopard sich bei ihrer Ernährung genau an das Testergebnis gehalten, und nichts anderes zu sich genommen habe.

Daraus ziehe ich den Schluss, dass die Puls-Redaktion den Unterschied zwischen einer IgG-Nahrungsmittelunverträglichkeit und einer IgE-Allergie nicht verstand.

Herr Schwyn wies am Vortrag, den ich selber besucht hatte, und auch in einzelnen Gesprächen ausdrücklich darauf hin, dass man die IgE-Allergie immer beachten soll, und dass der Patient diese Nahrungsmittel zusätzlich meiden muss. Der Schulmediziner Dr. Clarence Davis ist überzeugt, dass der Test aussagekräftig ist. Er gebrauche ihn auch in der Praxis, berichtete er, für ihn sei das Verfahren erprobt.

Nach Ansicht von Herrn Dr. Beat Stadler, Leiter des Instituts für Immunologie am Inselspital Bern, unterliegen Patienten, welche eine Verbesserung mit einer auf diesem Test basierenden Diät erfahren, nur einem Placebo Effekt. Je teurer etwas sei, desto mehr tue es dem Portemonnaie weh, und da sei es unerträglich, wenn man keinen Erfolg habe. Für mich ist eine solche Aussage weder sachlich noch wissenschaftlich fundiert und allen Patienten gegenüber sehr abwertend.

Eine dritte Meinung vertritt Dr. Thomas Rau, Leiter der Paracelsus Klinik in Lustmühle/AR. Er verwendet den IgG-Test jährlich in zahlreichen Fällen, lässt aber nur die 20 häufigsten Lebensmittel testen. Gleichzeitig betont er die Wichtigkeit, dass der Patient bei der Diät fachlich begleitet wird.

Obwohl zwei Ärzte (Dr. Clarence Davis und Dr. Thomas Rau) mit dem IgG-Test positive Erfahrungen machen, hat die Sendung Puls aufgrund von Behauptungen der Gegner ein negatives Fazit gezogen. Der Patient trage die Kosten selber, ob der Test ihm etwas bringe oder nicht. Ich verstehe nicht, warum wir als Patienten keine Eigenverantwortung tragen sollen.

Ich bin der Meinung, dass es wichtig ist, etwas zu hinterfragen, und sich mit neuem auseinander zu setzen. Die ganze Sendung empfand ich als tendenziös und zum Teil sehr unsachlich.

Nach jahrelanger Leidenszeit führe ich seit 8 Wochen die Diät durch und fühle mich schon bedeutend besser. Der IgG-Test hat sich bis jetzt für mich gelohnt, auch wenn der Weg nicht einfach war und ich mich darauf einstellen muss, dass es noch lange dauert, bis ich mein Ziel erreicht habe.

Erika Kollbrunner-Steffen


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